Machen Sie die Selbstuntersuchung der Brüste zu einem natürlichen Teil des Alltags

Machen Sie die Selbstuntersuchung der Brüste zu einem natürlichen Teil des Alltags

Den eigenen Körper gut zu kennen, ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge – das gilt auch für die Brüste. Eine regelmäßige Selbstuntersuchung kann helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Es geht dabei nicht um Angst, sondern um Achtsamkeit und Vertrautheit mit dem eigenen Körper. Hier erfahren Sie, warum die Selbstuntersuchung so wichtig ist und wie Sie sie einfach in Ihren Alltag integrieren können.
Warum die Selbstuntersuchung wichtig ist
Die meisten Veränderungen in der Brust sind harmlos, doch manche können auf eine Erkrankung hinweisen. Wenn Sie Ihre Brüste regelmäßig selbst untersuchen, lernen Sie, was für Sie „normal“ ist – und bemerken schneller, wenn sich etwas verändert. Das kann eine Verhärtung, eine Schwellung, eine Veränderung der Haut oder ein Ausfluss aus der Brustwarze sein.
Die Selbstuntersuchung ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder die Mammographie-Screenings, die in Deutschland Frauen ab 50 Jahren alle zwei Jahre angeboten werden. Sie ist jedoch eine wertvolle Ergänzung. Viele Frauen, die Brustkrebs früh erkannt haben, taten dies, weil sie selbst eine Veränderung bemerkt haben.
Wann und wie oft?
Der beste Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung ist einige Tage nach der Menstruation, wenn die Brüste weniger empfindlich und geschwollen sind. Wenn Sie keine Menstruation mehr haben, wählen Sie einfach einen festen Tag im Monat – zum Beispiel den ersten Sonntag – und machen Sie daraus eine Routine.
Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Je öfter Sie Ihre Brüste untersuchen, desto besser können Sie unterscheiden, was sich für Sie normal anfühlt und was nicht.
So geht’s – Schritt für Schritt
Die Selbstuntersuchung dauert nur wenige Minuten und erfordert keine besondere Ausrüstung – nur Ruhe und Aufmerksamkeit.
- Betrachten Sie Ihre Brüste im Spiegel. Stehen Sie mit hängenden Armen und anschließend mit erhobenen Armen vor dem Spiegel. Achten Sie auf Veränderungen in Form, Größe, Haut oder Brustwarzen.
- Tasten Sie die Brüste ab. Verwenden Sie die flachen Fingerkuppen und bewegen Sie sie in kleinen Kreisen von außen nach innen, bis zur Brustwarze. Gehen Sie systematisch vor, damit Sie alle Bereiche abtasten.
- Untersuchen Sie auch die Achselhöhlen. Dort befinden sich Lymphknoten, die sich bei Veränderungen im Körper vergrößern können.
- Wiederholen Sie die Untersuchung im Liegen. In dieser Position verteilt sich das Brustgewebe anders, und Sie können bestimmte Bereiche besser ertasten.
Wenn Sie etwas Ungewöhnliches bemerken, wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder an Ihre Gynäkologin bzw. Ihren Gynäkologen. Eine Veränderung bedeutet nicht automatisch etwas Ernstes, aber sie sollte immer abgeklärt werden.
Machen Sie es zur Routine
Am Anfang kann es sich ungewohnt anfühlen, aber mit der Zeit wird es selbstverständlich. Sie können zum Beispiel:
- die Untersuchung in Ihre Dusch- oder Abendroutine einbauen,
- eine monatliche Erinnerung im Kalender einstellen,
- mit Freundinnen oder Ihrem Partner darüber sprechen – das macht das Thema natürlicher und weniger tabu.
Selbstuntersuchung bedeutet nicht, ständig nach Krankheit zu suchen, sondern Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen. Sie stärkt das Körperbewusstsein und gibt Sicherheit.
Worauf Sie achten sollten
Es gibt viele Arten von Veränderungen, und die meisten sind gutartig. Dennoch sollten Sie aufmerksam werden, wenn Sie Folgendes bemerken:
- eine neue Verhärtung oder Schwellung in der Brust oder Achselhöhle,
- Veränderungen in Form oder Größe der Brust,
- Einziehungen der Haut oder Brustwarze,
- Rötungen, Schwellungen oder Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann beurteilen, ob weitere Untersuchungen – etwa eine Ultraschalluntersuchung oder Mammographie – notwendig sind.
Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung
Die Selbstuntersuchung der Brüste kostet nur wenige Minuten im Monat, kann aber entscheidend für Ihre Gesundheit sein. Sie ist ein einfacher Weg, aktiv für sich selbst zu sorgen – und eine wertvolle Ergänzung zu den Vorsorgeuntersuchungen, die Sie ohnehin wahrnehmen.
Wenn Sie Ihren Körper gut kennen, können Sie Veränderungen frühzeitig erkennen. Es geht nicht um Sorge, sondern um Bewusstsein – und darum, sich selbst die beste Chance auf Gesundheit zu geben.










